
Der Satz hält sich hartnäckig: Eine Veranstaltung, die nicht auf die Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten ausgelegt ist, sei automatisch mitversichert. Unsere Trackdays sind genau so eine Veranstaltung, kein Rennen, keine Zeitmessung, keine Platzierung. Trotzdem stimmt der Schluss so längst nicht mehr.
Ganz viele Versicherungen schließen Fahrten auf abgesperrten Rennstrecken inzwischen kategorisch aus, unabhängig davon, ob dort Rennen gefahren werden oder nicht. Ob deine Police dazugehört, entscheidet allein ihr Wortlaut, nicht der Charakter der Veranstaltung.
Deshalb führt an einem Schritt nichts vorbei: prüfen lassen. Frag im Zweifel direkt bei deiner Versicherung oder bei deinem betreuenden Makler nach, wie deine Police Fahrten auf abgesperrten Rennstrecken behandelt, und zwar bevor du buchst.
Beim Blick in die Police geht es immer um zwei getrennte Fragen, und die solltest du getrennt klären:
Deckt Schäden am eigenen Auto. Auf der Strecke ist das dein größtes finanzielles Risiko: Ein Dreher oder ein zu spät erkannter Bremspunkt reicht für einen teuren Schaden, ganz ohne Unfallgegner. Genau diese Deckung schließen viele Policen für Rennstrecken aus.
Kommt auf, wenn du anderen Schaden zufügst, etwa an anderen Autos oder an der Streckeneinrichtung. Sie ist eine Pflichtversicherung, hat auf der Rennstrecke aber eine eigene Falle: den Regress. Wie der funktioniert, steht im nächsten Abschnitt.
Weil die Kfz-Haftpflicht eine Pflichtversicherung ist, wird sie einen Schaden, den du anderen zufügst, in aller Regel erst einmal bezahlen. Der Geschädigte bleibt also nicht auf seinem Schaden sitzen.
Der Haken kommt danach: Hat dein Versicherer Fahrten auf Rennstrecken in seinen Bedingungen ausgeschlossen, kann er sich das gezahlte Geld anschließend von dir zurückholen. Das nennt sich Regress, und am Ende zahlst dann doch du.
Deshalb gilt auch für die Haftpflicht: unbedingt prüfen lassen. Und im Zweifel schließt du für den Tag eine Teilnehmerhaftpflicht ab, eine eigene Haftpflicht speziell für die Teilnahme an Streckenveranstaltungen. Anfragen kannst du so eine Police zum Beispiel über besafe.sportvers.com (unbezahlte Werbung).
Auto ohne Zulassung? Dann ist sie Pflicht. Fährst du ein Fahrzeug ohne Straßenzulassung, existiert gar keine Kfz-Haftpflicht, die zahlen könnte. In dem Fall ist die Teilnehmerhaftpflicht keine Zweifelsfrage, sondern Voraussetzung.
Für den Schaden am eigenen Auto gibt es keinen Geschädigten, der geschützt werden muss, hier zahlt ohne gültige Deckung schlicht niemand. Drei ehrliche Wege, damit umzugehen, bevor du buchst:
Alle drei Wege sind legitim. Wichtig ist nur, dass du weißt, für welchen du dich entschieden hast, bevor du am Start stehst, nicht danach.
Wenn du dich für eine Tagespolice entscheidest, sind das die Punkte, die den Unterschied machen. Was so eine Police kostet, lässt sich pauschal nicht sagen, je nach Fahrzeugwert, Selbstbehalt und Deckung wird es teilweise deutlich teurer, als man denkt. Verlässlich ist nur ein konkretes Angebot.
Statt allgemein nach "Rennstrecke" zu fragen, hilft eine konkrete Formulierung weiter, die genau beschreibt, was bei unseren Trackdays tatsächlich passiert:
Formulierungshilfe: "Gelten meine Kfz-Haftpflicht und meine Kasko bei einem Trackday auf abgesperrter Rennstrecke ohne Zeitmessung, ohne Wertung und ohne Renncharakter, und behält sich der Versicherer einen Regress vor?"
Lass dir die Antwort schriftlich geben, per Mail oder Brief. Eine mündliche Auskunft am Telefon hilft dir im Schadensfall nicht.
Keinen eigenen Ansprechpartner? Für das ganze Versicherungsthema rund um Trackdays haben wir einen Partner, der genau solche Fragen löst und dir sagt, wie sich deine Konstellation absichern lässt: Fitness & Finance. Melde dich dort einfach: fitnessandfinance.de
Leasing oder finanziertes Auto. Prüfe zusätzlich zur Kfz-Versicherung den Vertrag mit der Bank oder Leasinggesellschaft, der regelt oft eigene Bedingungen für die Nutzung auf der Rennstrecke.
Geliehenes Auto. Sprich dich vorher mit dem Halter ab, betroffen ist dessen Versicherung, nicht deine eigene. Dieselben Fragen gelten dann eben für sein oder ihr Auto statt für deins.
Zusatzfahrer auf demselben Auto. Dieselbe Frage stellt sich für beide Fahrer, unabhängig davon, wer von euch Halter oder Hauptversicherter ist. Am besten klärt sie jeder für sich, bevor der Tag losgeht.
Wer die ganze Versicherungsfrage lieber gar nicht erst klären will, fährt im Renntaxi ab 149 € mit. Du sitzt nicht in deinem eigenen Auto, sondern im Wagen des Veranstalters, das finanzielle Risiko am Fahrzeug liegt also nicht bei dir. Alles zum Ablauf steht im Ratgeber Renntaxi mitfahren.
Und wer nur zusehen und nicht selbst fahren will, ist als Beifahrer oder Zuschauer ab 49 € den ganzen Tag im Fahrerlager dabei, ganz ohne diese Frage.
Wichtig zu dieser Seite: Das hier ist Orientierung aus unserer Erfahrung als Veranstalter, keine Rechts- oder Versicherungsberatung. Verbindlich ist ausschließlich die Auskunft deines eigenen Versicherers oder Maklers.
Nächster Termin ist Mo, 10. August 2026 am Red Bull Ring. Alle Preise stehen offen auf der Buchungsseite.
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