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Ratgeber

Dein erster
Trackday

Was ein Trackday ist, was er kostet, welches Auto du brauchst und was deine Versicherung damit zu tun hat. Ohne Vorwissen lesbar, geschrieben von Leuten, die das selbst veranstalten.

Was ein Trackday ist

Ein Trackday ist ein Tag auf einer abgesperrten Rennstrecke, auf dem du dein eigenes Auto fährst. Kein Gegenverkehr, kein Tempolimit, keine Blitzer. Und vor allem: kein Rennen. Es wird keine Zeit genommen, es gibt keine Platzierung und niemanden, den du schlagen musst.

Das ist der Punkt, den fast alle unterschätzen. Wer zum ersten Mal kommt, rechnet mit Wettkampf und findet stattdessen Leute, die sich gegenseitig Tipps geben und über Reifendruck reden.

Nicht zu verwechseln mit einem Fahrsicherheitstraining. Dort übst du Notbremsungen und Ausweichen auf einem abgesperrten Platz. Beim Trackday fährst du eine echte Strecke, in deinem Tempo. Beides ist sinnvoll, es sind nur zwei verschiedene Dinge.

Open Pit oder Gruppen?

Das ist der größte Unterschied zwischen Veranstaltern, und kaum jemand erklärt ihn. Er entscheidet darüber, wie viel du an dem Tag tatsächlich fährst und ob du überhaupt in den Rhythmus kommst.

Der Punkt, den fast niemand erwähnt: Du brauchst drei, vier Runden, bis Reifen und Bremsen auf Temperatur sind, du die Strecke wieder im Kopf hast und der Kopf frei wird. Genau in dem Moment ist ein 20-Minuten-Turn vorbei. Beim nächsten fängst du kalt wieder von vorne an.

Gruppen

Die Teilnehmer werden nach Erfahrung eingeteilt, jede Gruppe bekommt feste Zeitfenster. Du fährst mit Leuten auf ähnlichem Niveau, stehst dafür den Großteil des Tages und fährst, wenn du dran bist, nicht wenn du bereit bist. Wer den Tag über nur drei oder vier Turns hat, kommt selten dazu, wirklich etwas zu lernen.

Open Pit

Auch Open Pitlane genannt. Die Boxengasse ist den ganzen Tag offen. Du fährst raus, wann du willst, bleibst draußen, solange es gut läuft, und kommst rein, wenn du eine Pause brauchst. Du kannst so lange an einer Kurve arbeiten, bis sie sitzt. Ehrlich benannt: das Feld ist gemischt, du brauchst Übersicht und musst schnellere Autos vorbeilassen.

Wir fahren deshalb Open Pit und begrenzen stattdessen die Teilnehmerzahl. Wie viele Autos gleichzeitig raus dürfen, regelt eine Ampel, in der Praxis ist sie fast immer grün.

Und falls du jetzt denkst, als Anfänger sei eine feste Gruppe sicherer: Das Gegenteil hilft dir mehr. Bei uns sitzt auf Wunsch ein Instruktor neben dir, und du kannst jederzeit reinfahren, wenn es dir zu viel wird. Beides geht in einer Gruppe nicht, dort musst du raus, wenn dein Fenster läuft, und drin bleiben, bis es zu Ende ist.

Was das kostet

Die Preise gehen weit auseinander, je nach Strecke, Format und dem, was enthalten ist. Statt dir eine Spanne zu nennen, die wir nicht belegen können, hier unsere eigenen Zahlen, damit du eine echte Größe hast:

Fahrerticket ab 749 €Ganzer Tag Open Pit, ein Beifahrer, Coaching, Verpflegung sowie Fotos und Videos inklusive.
Zweiter Fahrer 99 €Ein Auto, zwei Fahrer. Ihr teilt euch den Tag und die Kosten.
Beifahrer oder Zuschauer 49 €Für alle, die mitkommen wollen, ganztägig dabei.
Renntaxi ab 149 €Kein eigenes Auto nötig. Ein Profi fährt, du sitzt rechts.

Worauf du beim Vergleichen achten solltest: ob Instruktoren, Verpflegung und Fotos im Preis stecken oder einzeln dazukommen, und wie viele Startplätze vergeben werden. Ein günstiges Ticket auf einer vollen Strecke ist am Ende teurer als ein teureres mit freien Runden.

Dazu kommen Anreise, Übernachtung und Sprit. Und rechne mit mehr Reifen- und Bremsenverschleiss als auf der Straße, das ist normal und gehört dazu.

Welches Auto du brauchst

Deins. Wirklich. Es muss technisch einwandfrei sein, mehr nicht. Der häufigste Irrtum ist, man bräuchte einen umgebauten Wagen mit Käfig und Schalensitzen. Braucht man nicht.

BremsenBeläge mit Reserve, frische Bremsflüssigkeit. Das ist der Punkt, der auf der Strecke wirklich zählt.
ReifenAusreichend Profil, gleichmässiger Verschleiss. Semislicks sind nett, aber kein Muss.
FlüssigkeitenÖlstand prüfen, Kühlmittel prüfen. Auf der Strecke wird alles heißer als sonst.
AusräumenAlles Lose aus dem Innenraum. Fußmatten, Flaschen, Werkzeug. Das fliegt sonst herum.

Die Versicherungsfrage

Das ist der Punkt, bei dem die meisten unsicher sind, und zu Recht. Viele Kfz-Versicherungen schließen Fahrten auf Rennstrecken aus. Das steht selten prominent im Vertrag, sondern in den Bedingungen.

Frag vor der Buchung deine Versicherung und lass dir die Antwort schriftlich geben. Eine mündliche Auskunft am Telefon hilft dir im Schadensfall nicht. Es gibt spezielle Trackday-Versicherungen, die genau diese Lücke schließen.

Und ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird: Auf der Strecke haften die Teilnehmer untereinander. Wenn du jemand anderem etwas kaputt machst, greift normalerweise deine Kfz-Haftpflicht. Fährst du ein nicht zugelassenes Fahrzeug, besteht die nicht, dann brauchst du eine eigene Teilnehmer-Haftpflicht.

Was du mitbringst

HelmPflicht für alle Insassen. Motorrad- oder Autohelm, unbeschädigt. Keiner da? Vorher beim Veranstalter fragen.
FührerscheinGanz normal. Keine Rennlizenz, keine Vereinsmitgliedschaft.
ReifendruckprüferAuf der Strecke steigt der Druck deutlich. Ohne Messgerät fährst du blind.
Trinken und ZeitEin Trackday ist anstrengender, als er aussieht. Plan den ganzen Tag ein.

Häufige Fragen

Was ist ein Trackday genau?
Ein Tag auf einer abgesperrten Rennstrecke, auf der du dein eigenes Auto fährst. Kein Rennen, keine Zeitmessung, keine Platzierung. Es geht nicht darum, schneller zu sein als andere, sondern darum, dein Auto einmal ohne Gegenverkehr, Tempolimit und Blitzer zu bewegen.
Brauche ich eine Rennlizenz?
Nein. Ein normaler Führerschein reicht. Ein Trackday ist kein Rennen, deshalb braucht es keine Lizenz und keine Vereinsmitgliedschaft.
Muss mein Auto umgebaut sein?
Nein. Es muss technisch einwandfrei sein, mehr nicht. Bremsen, Reifen und Flüssigkeiten sollten in Ordnung sein. Ein Serienfahrzeug reicht völlig, Rennumbau brauchst du nicht.
Ist mein Auto auf der Rennstrecke versichert?
Meistens nicht. Viele Kfz-Versicherungen schließen Fahrten auf Rennstrecken aus. Frag vor der Buchung direkt bei deiner Versicherung nach und lass dir die Antwort schriftlich geben. Es gibt spezielle Trackday-Versicherungen, die genau diese Lücke schließen.
Was ist der Unterschied zu einem Fahrsicherheitstraining?
Beim Fahrsicherheitstraining übst du Notsituationen auf einem abgesperrten Platz, oft mit nassen Flächen und Hindernissen. Beim Trackday fährst du eine echte Rennstrecke, in deinem Tempo, so oft du willst. Beides ist sinnvoll, es sind nur unterschiedliche Dinge.
Was bedeutet Open Pit?
Open Pit, oft auch Open Pitlane genannt, heißt: Die Boxengasse ist den ganzen Tag offen. Es gibt keine Gruppen und keine festen Zeitfenster. Du fährst raus, wann du willst, und kommst rein, wann du willst. Der praktische Unterschied: Bei festen Turns ist meist gerade dann Schluss, wenn Reifen und Bremsen auf Temperatur sind und du im Rhythmus bist. Bei Open Pit bleibst du einfach draußen. Begrenzt ist nur die Zahl der Autos, die gleichzeitig fahren dürfen.
Brauche ich einen Helm?
Ja, für alle Insassen. Ein normaler, unbeschädigter Motorradhelm oder Autohelm reicht. Wenn du keinen hast, frag beim Veranstalter nach, viele können aushelfen.
Kann ich als absoluter Anfänger mitfahren?
Ja. Wichtig ist nur, dass du ehrlich zu dir bist: langsam anfangen, dich steigern, andere vorbeilassen. Bei uns sind Instruktoren den ganzen Tag da. Die ersten Runden mit jemandem auf dem Beifahrersitz, der die Strecke kennt, sind der schnellste Weg zu Sicherheit.

Bereit für dein erstes Mal?

Nächster Termin ist Mo, 10. August 2026 am Red Bull Ring. Instruktoren sind den ganzen Tag dabei.

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